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| 1. | Einleitung |
Wirtschaft, Bezeichnung für alle Aktivitäten und Einrichtungen, die der Produktion, der Verteilung und dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen dienen. Das Ziel des Wirtschaftens besteht nach der gängigen Volkswirtschaftslehre ganz allgemein darin, über knappe Mittel so zu verfügen, dass sich die menschlichen Bedürfnisse bestmöglich befriedigen lassen. Zu den menschlichen Bedürfnissen gehören neben so grundlegenden Bedürfnissen wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft auch der Erwerb von Vermögen (Geld, Sachvermögen) und dessen Vermehrung.
Wirtschaft kann, als Oberbegriff verwendet, durch ein vorangestelltes Wort spezifiziert werden. So unterscheidet man beispielsweise nach räumlichen Kriterien unter anderem zwischen Weltwirtschaft, Volkswirtschaften und Einzelwirtschaften (Unternehmen und privaten Haushalten). Die Einzelwirtschaften werden verallgemeinernd auch als Wirtschaftssubjekte bezeichnet. Mit der Erklärung und Darstellung des Wirtschaftsgeschehens und seiner Zusammenhänge beschäftigen sich die Wirtschaftswissenschaften.
| 2. | Das ökonomische Prinzip |
Im Umgang mit den knappen Mitteln verfahren die privaten Wirtschaftssubjekte nach dem so genannten ökonomischen Prinzip (siehe Wirtschaftlichkeit): Jeder Mensch und jedes Unternehmen versucht, mit den ihm gegebenen Mitteln (Gütern) einen möglichst großen Erfolg (Nutzen, Gewinn) zu erreichen (Maximumprinzip) oder ein vorgegebenes Ziel mit dem geringsten Aufwand zu erreichen (Minimumprinzip).
Das ökonomische Prinzip ergibt sich aus dem Bestreben, knappe Ressourcen, z. B. Konsumgüter oder Produktionsmittel, bestmöglich auszunutzen. Für private Haushalte bedeutet dies erstens, im Rahmen des Möglichen über Art und Umfang ihres Arbeitseinsatzes bzw. über die Verteilung der Ressource Zeit auf Erwerbstätigkeit und Freizeit zu entscheiden, und zweitens, die Verteilung des verfügbaren Einkommens auf Konsum (Niveau und Zusammensetzung) und Sparen festzulegen. Für Wirtschaftsunternehmen findet das ökonomische Prinzip unter anderem im Streben nach dem größtmöglichen Gewinn seinen Niederschlag, aber auch in dem Versuch, durch geschickte Kombination der Produktionsfaktoren (Minimalkostenkombination) die Produktivität, d. h. die Produktionsleistung im Verhältnis zum Einsatz von Produktionsmitteln und Arbeit, zu maximieren.
| 3. | Wirtschaftsordnungen |
In modernen industriellen Gesellschaften vollzieht sich wirtschaftliches Handeln innerhalb von staatlich gesetzten Rahmenbedingungen (siehe Wirtschaftspolitik). Diese bilden in ihrer Gesamtheit die Wirtschaftsordnung. Die Gestaltung einer jeden Wirtschaftsordnung kreist stets um die für jede Wirtschaft zentralen Fragen: Was soll produziert werden? Wie soll produziert werden? Für wen soll produziert werden? Die ersten beiden Fragen betreffen die Produktion, die dritte die Verteilung oder Distribution der Güter. Wie die Wirtschaftsordnung beschaffen ist, hängt davon ab, wie diese Fragen beantwortet wurden.
Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei Formen. In der Marktwirtschaft herrscht in der Regel Privateigentum an den Produktionsmitteln, die Produktion und die Distribution werden vom Markt gesteuert, wo Angebot und Nachfrage der Wirtschaftssubjekte aufeinandertreffen. In der Planwirtschaft plant, steuert und überwacht eine staatliche Instanz das Wirtschaftsleben, in der Regel in Verfolgung einer zuvor festgelegten Zielvorgabe. Beispielsweise wurden früher in der Sowjetunion Fünfjahrespläne aufgestellt, zum ersten Mal für die Jahre 1929 bis 1933. Im Fall einer totalen Lenkung spricht man auch von Zentralverwaltungswirtschaft.
In der Realität sind Mischformen die Regel. Eine Planwirtschaft kann sich durchaus in beschränktem Umfang marktwirtschaftlicher Steuerungsinstrumente bedienen; umgekehrt behält sich in einer Marktwirtschaft der Staat meist Eingriffe ins Wirtschaftsleben, beispielsweise in einzelnen Branchen, vor. Die Soziale Marktwirtschaft, das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland, ist eine Abwandlung der Marktwirtschaft, in der sozial unerwünschte Folgen einer reinen Marktwirtschaft durch staatliche Maßnahmen korrigiert werden.
Die Hauptkritik an der Planwirtschaft, die durch den Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas 1989 bis 1991 bekräftigt wurde, streitet einer zentralen Planungsinstanz die Fähigkeit ab, einen effizienten Einsatz der ökonomischen Ressourcen zu gewährleisten. Es kommt zu Fehlleitungen knapper Mittel und zu Versorgungsengpässen. In einer Marktwirtschaft hingegen ermöglichen flexible Preise, deren Veränderungen den Wirtschaftssubjekten veränderte Knappheitsverhältnisse signalisieren, eine schnelle Reaktion auf Ungleichgewichte wie Nachfrage- oder Angebotsüberschüsse und somit einen den Bedürfnissen der Menschen besser angepassten Einsatz knapper Ressourcen. Doch auch marktwirtschaftliche Ordnungen sind nicht frei von Schwächen. Erstens können sie nicht ohne weiteres verhindern, dass einzelne Wirtschaftssubjekte, z. B. multinationale Unternehmen, ihre Marktmacht zulasten der Allgemeinheit missbrauchen. Zweitens sind auch die Steuerungsmechanismen des Marktes nicht unfehlbar; in zahlreichen Fällen setzen die Preise falsche Signale, und es kommt zu Marktversagen, weil die Preise soziale Kosten von Produktions- oder Konsumprozessen (z. B. Umweltschäden) nicht reflektieren mit der Folge, dass diese von der Allgemeinheit getragen werden müssen anstatt von den Verursachern.