| Suchansicht | Ayurveda | Artikelansicht |
Ayurveda (Sanskrit Ayur: langes Leben; Veda: Wissen), aus dem Nordwesten Indiens stammendes Wissen vom Leben, den Krankheiten und ihrer Überwindung. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum dienen als Metaphern der elementaren Zustände des kosmischen Seins. Die wichtigsten Prinzipien der irdischen Natur (Doshas) werden beschrieben als Kapha (beständig, kalt, feucht), Pitta (leicht, heiß, leuchtend) und Vata (veränderlich, kalt, trocken). Die Entstehung von Krankheiten wird interpretiert als Folge eines Ungleichgewichts dieser Doshas oder durch die Ablagerung von Schlacken (Ama). Die Therapie strebt die Ausscheidung von Ama und den allopathischen Ausgleich der Doshas an. Dazu werden pflanzliche und mineralische Zubereitungen, Spezialdiäten und verschiedene physiotherapeutische Maßnahmen angewendet. Dieses Wissen ist festgehalten in den wichtigsten Lehrbüchern der Sanskritmedizin aus der brahmanischen Epoche. Die drei großen Sammelwerke (Samhita) der sagenhaften altindischen Ärzte Charaka, Susruta und Vagbhata dürften um 500 n. Chr. geschrieben worden sein, ihre Ursprünge sind wesentlich älter.