| Suchansicht | Roger Bacon | Artikelansicht |
Roger Bacon (um 1214 bis etwa 1292), englischer Philosoph. Seine Zeitgenossen gaben ihm den Beinamen doctor mirabilis (der bewundernswert-wundersam Gelehrte). Er gilt gemeinhin als einer der ersten Naturforscher des Mittelalters.
Bacon wurde um 1214 in Ilchester (County Somerset) geboren. In seinen Schriften vollzog er eine konsequente Trennung von Theologie und Philosophie und wurde wegen seiner antiklerikalen Äußerungen 1278 eingekerkert. Bacon identifizierte in der Erfahrung, dem Experiment und der Mathematik die drei tragenden Säulen der Wissenschaft. So wollte er die Erfahrungswissenschaft auf der Basis einer scientia experimentalis begründen. Er forderte, sich von den Autoritäten ab- und den realen Dingen zuzuwenden. Als große Philosophen galten ihm Aristoteles, Avivenna und Averroes. Neben dem Gebiet der Optik – Bacon erkannte die Gesetze der Reflexion und der Strahlenbrechung – tat er sich auch in anderen Bereichen durch Erfindungen hervor. Gleichwohl ist sein Denken noch stark alchimistisch und mystisch geprägt. Auch seine Distanz zur Kirche beschränkt sich auf den Dissenz über die Grundlagen der Wissenschaft und ist keineswegs als Abwendung vom Glauben zu verstehen. Unter Gott begriff er den in der Erkenntnis auf die Seele des Menschen Bezug nehmenden Intellekt. Bacon starb um 1292 in Oxford.