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Michael Ballhaus

Michael Ballhaus (*1935), deutscher Kameramann. Erstes Renommee erlangte er in den siebziger Jahren durch seine Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder, ehe er ab Anfang der achtziger Jahre auch bei amerikanischen Produktionen hinter der Kamera stand, u. a. für Martin Scorsese und Francis Ford Coppola.

Ballhaus wurde am 5. August 1935 in Berlin geboren. Nach einer Photographenlehre war er vorübergehend als Bühnenphotograph tätig. 1959 wurde er Kameramann beim Südwestfunk, in den sechziger Jahren stand er für zahlreiche Fernsehfilme und drei Kinofilme hinter der Kamera. 1970 begann die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem deutschen Regisseur Rainer Werner Fassbinder. Ballhaus wurde dessen bevorzugter Kameramann und fotografierte für ihn insgesamt 15 Spielfilme, darunter Warnung vor einer heiligen Nutte (1970), Faustrecht der Freiheit (1974), Bolwieser (1976), Deutschland im Herbst (1978) und Die Ehe der Maria Braun (1978). Für seine Kameraarbeit bei den Fassbinder-Filmen Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972) und Despair – Eine Reise ins Licht (1977) wurde er mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Daneben war er u. a. für Hark Bohm (1972; Tschetan, der Indianerjunge) und Margarethe von Trotta (1982; Heller Wahn) tätig.

1982 emigrierte Ballhaus in die USA, wo er für so renommierte Regisseure wie Martin Scorsese arbeitete, mit dem eine besonders enge künstlerische Kooperation entstand. Für Scorsese fotografierte er die Komödie After Hours (1985; Die Zeit nach Mitternacht), den Billardfilm The Color of Money (1986; Die Farbe des Geldes) mit Paul Newman und Tom Cruise, The Last Temptation of Christ (1988; Die letzte Versuchung Christi), GoodFellas (1990; GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia), The Age of Innocence (1993; Zeit der Unschuld), den Historienfilm Gangs of New York (2002; Gangs of New York) und das Gangsterdrama The Departed (2006; Departed – Unter Feinden). Außerdem filmte er für Volker Schlöndorff Death of a Salesman (1985; Tod eines Handlungsreisenden, nach dem Theaterstück von Arthur Miller), für Paul Newman The Glass Menagerie (1987; Die Glasmenagerie, nach Tennessee Williams), für Francis Ford Coppola Bram Stoker’s Dracula (1992; Bram Stokers Dracula) und Robert Redford Quiz Show (1993; Quiz Show – Der Skandal). Seine hervorragende Kameraarbeit brachte Michael Ballhaus zweimal eine Oscar-Nominierung ein, für James L. Brooks Broadcast News (1986; NachrichtenfieberBroadcast News) und Steve Kloves’ Musikerfilm The Fabulous Baker Boys (1989; Die fabelhaften Baker Boys) mit Jeff Bridges und Michelle Pfeiffer. Es folgten u. a. Wolfgang Petersens Outbreak (1994; Outbreak – Lautlose Killer) und Air Force One (1997; Air Force One) sowie Barry Sonnenfelds Wild Wild West (1999; Wild Wild West).

1997 wurde Michael Ballhaus als Professor für Bildregie an die Universität Hamburg berufen. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Filmregisseur Tom Tykwer als Gesprächspartner entstand der dialogisch angelegte Memoirenband Das fliegende Auge – Michael Ballhaus, Director of Photography (2002). Für seinen Beitrag zum Weltkino wurde Ballhaus 2007 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.