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Burjaten

Burjaten, auch Buryaten, Burjäten, Burjaty, Eigenbezeichnung Buryat, südlich und östlich des Baikalsees beheimatete Ethnie mit etwa 350 000 Angehörigen, die vor allem in der zur Russischen Föderation gehörenden Republik Burjatien ansässig ist. Burjaten leben auch in der Republik Mongolei und in kleiner Zahl in China. Ihre Sprache gehört zur ostmongolischen Sprachgruppe.

Zu ersten Kontakten zwischen den Burjaten und Russland kam es im 17. Jahrhundert, aus dieser Zeit datieren auch die ersten Berichte über die Ethnie. Nach der Eroberung durch das Zarenreich und der Einwanderung russischer Siedler erlebten die Burjaten Umsiedlungen und Vertreibungen. Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete sich durch Akkulturation eine burjatische, stark nationalistische Intelligenz heraus.

Das traditionelle Wirtschaftssystem der Burjaten basierte, bedingt durch das gebirgige Siedlungsgebiet mit Hochflächen meist über 2 000 Meter und einem extrem kontinentalen Klima, vor allem auf der (halb-)nomadisch ausgeübten Viehzucht (Rinder, Pferde, Kamele und Schafe). Im Westen wurde im geringen Maß Ackerbau (Hirse und Buchweizen) betrieben. Weitere wichtige Wirtschaftsfaktoren waren der Pelzhandel sowie die Herstellung und Weiterverarbeitung von Filz, Fellen und Leder. Bereits im 19. Jahrhundert war das Gros der Burjaten zum Halbnomadismus übergegangen, doch noch Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren lediglich 10 Prozent der Bevölkerung ganz sesshaft. Viehzucht und Ackerbau werden heute auf großen Farmen betrieben, durch das reiche Vorkommen verschiedener Bodenschätze konnte auch Industrie aufgebaut werden.

Das traditionelle soziopolitische System der Burjaten basiert auf patrilinearen exogamen Clan- und Familienverbänden mit jeweils einem Oberhaupt, wobei im Osten des Siedlungsgebietes unter mongolischem Einfluss Feudaladel entstand. In der traditionellen Religion der Burjaten herrscht der Glaube an eine dualistisch ausgerichtete Götter- und Geisterwelt vor, eine besondere Stellung nehmen die Schamanen ein. Vor allem bei den östlichen Burjaten ist der tibetische Buddhismus seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet. Aus der Mischung beider Religionen entstanden zum Teil komplexe Glaubensvorstellungen. Bedingt durch den russischen Einfluss gibt es auch Anhänger des orthodoxen Christentums.