| 2.
|
 |
Die Götter und Mythen des Veda |
Im Veda, einer Textsammlung, die etwa zwischen 1300 und 600 v. Chr. entstanden ist, finden sich die ältesten Mythen Indiens, die zum großen Teil auch die ältesten uns bekannten Mythen der indoeuropäischen Völker sind. Der früheste Teil dieser Textsammlung ist der Rigveda. Dieser enthält zahlreiche Mythen vor allem um die Götter Indra, Agni, Varuna und Rudra.
| 1.
|
 |
Indra |
Der in den Hymnen am häufigsten besungene und angerufene Gott ist Indra. Er tritt als Gewittergott mit einem Donnerkeil auf und trägt auch viele dionysische Züge. Indra werden viele Heldentaten zugeschrieben. Er hat den Drachen Vritra getötet, den Panis, einer Schar von reichen, geizigen Dämonen, die Kühe weggenommen und „die Wasser befreit”. Was mit Letzterem gemeint ist, hat die Forschung noch nicht eindeutig klären können. Indra ist ein mächtiger Gott und gewaltiger Held, der vor Kraft strotzt und zudem der mächtigste Esser und Trinker ist. Er vermag den Soma, ein berauschendes Getränk, in riesigen Mengen zu trinken. Indra soll den Dämonen Namuci getötet haben, nachdem ihm dieser den Soma gestohlen hatte. Indra kann zunächst Namuci nicht besiegen, und er verspricht, ihn weder bei Tage noch bei Nacht, weder mit etwas Trockenem noch mit etwas Flüssigem zu töten. Dann schlug er ihm aber in der Dämmerung mit Schaum das Haupt ab. Da dies dennoch wie ein „Vertragsbruch” aussah, wird Indra durch ein Reinigungsopfer von dieser Sünde befreit.
| 2.
|
 |
Agni |
Agni (wörtlich: Feuer) ist im Rigveda der Götterbote und verkörpert beides, sowohl die Gottheit als auch das Feuer selbst. Er bringt die Opferspeise, die in das Feuer geworfen wird, zu den Göttern. Zugleich ist er der oberste Opferpriester. Agni ist kein furchterregender Gott, den man beschwichtigen muss. Er ist ein Freund der Menschen, Hüter und Schirmherr der Gemeinschaft und Beschützer gegen die schädigenden Mächte.
| 3.
|
 |
Varuna |
Der vedische Gott Varuna gilt als der Hüter des Weltgesetzes (rita). Dieses Weltgesetz regelt sowohl das menschliche Handeln als auch den Lauf der Natur. Varuna kann, sollte dieses Gesetz von den Menschen nicht befolgt werden, mit Wassersucht strafen. Deshalb wird er auch als König bezeichnet, als König über die Natur, die Götter und die Menschen. Varuna steht darüber hinaus in enger Beziehung zum Wasser. Er wohnt in den Flüssen, ist Herr des Meeres und des himmlischen Ozeans und er sorgt dafür, dass es regnet.
| 4.
|
 |
Rudra |
Im Unterschied zu den vorher genannten Göttern hat der vedische Gott Rudra eine düstere und furchtbare Gestalt. In Opfern und durch Anrufung muss er beschwichtigt werden, sonst kann er zornig werden und die Menschen töten. Als „Herr der Tiere” kann Rudra das Vieh rauben und vernichten. Auch das Wohlergehen der Tiere ist von ihm abhängig. Sowohl sein Ruf als Vernichter als auch seine Funktion als „Herr der Tiere” setzen sich bei seinem hinduistischen Nachfolger Shiva fort.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.