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Komödie (Film), allgemein Gattungsbezeichnung für Filme komischen oder heiteren Inhalts. Ähnlich der Bühnenkomödie ist die Filmkomödie formal, thematisch und von ihrer Unterhaltungsabsicht differenzierbar in verschiedene Subgenres wie z. B. das (Film-)Lustspiel, die Charakterkomödie, Boulevardkomödie, Groteske, Kriminalkomödie usw. Viel stärker als andere Gattungen ist die (Film-)Komödie von ihren Darstellern abhängig, bereits der Stummfilm brachte eine Reihe weltberühmter Filmkomiker hervor: Charlie Chaplin (1925, The Goldrush, Goldrausch), Buster Keaton (1924, The Navigator; 1926, The General, Der General), das Duo Stan Laurel und Oliver Hardy, Harold Lloyd u. a. brillierten in der ersten eigenständigen Komödienform des Films, dem Slapstick. Mit ihrer starken visuellen Komik und ihrem rasanten Tempo bildet im noch jungen Tonfilm die Screwball-Comedy eine Fortsetzung des Slapstick, nun zusätzlich mit dem Dialog als Quelle des Witzes (Frank Capras It Happened One Night, Es geschah in einer Nacht, 1934; Howard Hawks’ Bringing Up Baby, Leoparden küßt man nicht, 1939 und His Girl Friday, 1939).
In den dreißiger Jahren engagierte Hollywood prominente Broadway-Autoren als Drehbuchverfasser für die Filmkomödien, doch es waren weiterhin die Schauspieler, die das Genre prägten: Die Marx Brothers, Mae West und W. C. Fields schufen einige der fesselndsten komischen Figuren. Meister des heiteren Hollywood-Lustspiels der vierziger und fünfziger Jahre, in dem der visuelle Witz und der geschliffene Dialog gleichberechtigte Elemente der Komik sind, waren Ernst Lubitsch (1939, Ninotchka, Ninotschka; 1942, To Be Or Not To Be, Sein oder Nichtsein), Howard Hawks (1953, Gentlemen Prefer Blonds, Blondinen bevorzugt) und Billy Wilder (1954, The Seven Year Itch, Das verflixte siebente Jahr; 1954, Some Like It Hot, Manche mögen’s heiß; 1960, The Apartment, Das Appartement). Zu den amerikanischen Komödienstars der fünfziger und sechziger Jahre zählen Bob Hope, Danny Kaye und Jerry Lewis. Seit Ende der sechziger Jahre ist Woody Allen auf dem Gebiet der Komödie einer der erfolgreichsten Regisseure und Darsteller. Zu seinen herausragenden Werken zählen u. a. Take the Money and Run (1969, Woody – der Unglücksrabe), Annie Hall (1977, Der Stadtneurotiker), Manhattan (1979), Zelig (1982) und Mighty Aphrodite (1996, Geliebte Aphrodite). Im komischen Fach und in auf sie zugeschnittenen Komödien reüssieren die amerikanischen Komikstars wie Eddy Murphy oder Billy Cristal.
Das europäische Kino hat ebenfalls eine bemerkenswerte Zahl an Komödien hervorgebracht, die oft an eine komische Figur gebunden waren und in Serienform erschienen, wie die Filme von und mit Jacques Tati, Louis de Funès und Fernandel. Typisch britischer Humor zeichnet sowohl die Alec-Guinness-Filme aus wie The Man in the White Suit (1951, Der Mann im weißen Anzug) oder The Horse’s Mouth (1958, Des Pudels Kern) als auch die Komödien mit Peter Sellers von Blake Edwards wie The Pink Panther (1964, Der rosarote Panther) oder den Erfolgsfilm des Jahres 1989, A Fish Called Wanda (Ein Fisch namens Wanda) mit John Cleese, dem Star der TV-Showtruppe Monty Python. Der Italiener Pietro Germi etablierte mit seinen beiden frechen Sittenkomödien Divorzio all’italiana (1961, Scheidung auf italienisch) und Sedotta e abbandonata (1963, Verführung auf italienisch) einen internationalen Komödienstil.
Auch die deutschsprachige Filmkomödie wird bis heute immer wieder von Starkomikern dominiert (u. a. Hans Moser, Theo Lingen, Heinz Rühmann, Heinz Erhardt, Otto Waalkes, Dieter Hallervorden, Helge Schneider). Kommerziell erfolgreiche Vertreter der jüngeren Generation, die mit pointenreichen Beziehungs- und -komödien eine Erneuerung der deutschen Filmkomödie bewirkten, sind u. a. Helmut Dietl (1992, Schtonk!; 1997, Rossini – Oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief), Doris Dörrie (1985, Männer), Sönke Wortmann (1994, Der bewegte Mann) und Detlev Buck (1991, Karniggels; 1996, Männerpension)