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Literaturtheorie, die programmatischen Überlegungen von Schriftstellern oder Vertretern bestimmter literarischer Strömungen zu ihrem Werk; diese werden oft in literarischen Manifesten niedergelegt, so im Naturalismus, im Expressionismus, Futurismus oder im russischen Formalismus.
Als Gegenstandsbereich der systematisierenden Literaturwissenschaft sucht die Literaturtheorie Schrifttum als sprachliches und soziales Faktum zu definieren und die Fülle der konkreten literarischen Phänomene auf abstrahierende Art und Weise zu erfassen; dabei ersetzt sie die traditionellen Disziplinen der Poetik, Rhetorik und Stilistik. Im Verlauf der Theoriegeschichte von Literatur wurden verschiedene Fragestellungen – wie z. B. die des Verhältnisses von Literatur zu Wahrheit, Schönheit, Gesellschaft, Individuum oder Sprache – immer wieder neu diskutiert. Die Literaturtheorie sucht planmäßig nach zeichen- und sprachtheoretischen Grundprinzipien literarischer Produktion (siehe Semiotik, Textlinguistik), reflektiert Methoden der Erfassung und Deutung von Literatur (siehe Textinterpretation, Hermeneutik, Methodologie), erörtert grundlegende Probleme des Verhältnisses von Form und Inhalt und erforscht Aspekte der Rezeption, der Literaturpsychologie sowie der Literatursoziologie.