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Einleitung |
Maya-Sprachen, hauptsächlich im Süden Mexikos und in Guatemala sowie in geringem Maß in Belize und in Honduras von etwa 4,5 Millionen Menschen gesprochene Sprachen.
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Verbreitung und Klassifikation |
Es handelt sich um eine Sprachfamilie mit etwa 30 Sprachen, die in fünf Zweige unterteilt wird: das westliche Maya, das östliche Maya, das Yukatekische, das Huastekische und das Chujo-Kanjobalische. Zu den westlichen Maya-Sprachen, die im mexikanischen Bundesstaat Chiapas gesprochen werden, zählen u. a. die Tzotzil-Sprachen mit circa 500 000 Sprechern und die Chol-Sprachen mit etwa 160 000 Sprechern. Die östlichen Maya-Sprachen sind in Guatemala verbreitet und bestehen aus den Mam-Sprachen (etwa 330 000 Sprecher) und den Quiché-Sprachen mit über 1,5 Millionen Sprechern. Das Yukatekische weist mehr als 500 000 Sprecher auf, Huastekisch hat etwa 120 000 Sprecher und das Chujo-Kanjobalische ungefähr 160 000. Das Huastekische dürfte sich als Erstes von der gemeinsamen Ursprache abgespalten haben. Danach trennte sich das Yukatekische, während sich die drei verbleibenden Zweige noch geraume Zeit gemeinsam weiterentwickelten.
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Eigenschaften |
Die Maya-Sprachen sind zum Teil Tonsprachen, verfügen über einfache Vokal- und komplexe Konsonantensysteme. Weiteres Kennzeichen ist das umfangreiche Vorhandensein von Hilfszählwörtern (Numeralklassifikatoren), die das zu Zählende bezüglich ihrer Natur oder ihrer Form (z. B. Größe) näher spezifizieren. Steht das Verb im Präteritum oder im Nebensatz, so kongruiert es nicht mit seinem Subjekt, sondern mit dem direkten Objekt. Maya-Sprachen fügen an den Wortstamm Elemente an, die immer nur genau eine Funktion erfüllen. Die Wortstellung ist entweder Verb-Subjekt-Objekt oder Verb-Objekt-Subjekt.
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Schrift |
Das Yukatekische und das Chol wurden ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. durch die Maya-Schrift festgehalten, die erst seit jüngster Zeit als weitgehend entziffert gilt. Es handelt sich hierbei um das am weitesten entwickelte Schriftsystem des alten Amerika. Die Maya-Schrift ist eine Kombination aus Silbenschrift und Wortzeichenschrift. In der spanischen Kolonialzeit entstanden Texte auf Basis der Lateinschrift. Berühmt ist das in Quiché verfasste Popol Vuh, das mythologisch-historische Texte enthält.
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