Suchansicht Melodram

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Melodram

Melodram, der Poetik des Dramas entlehnter Gattungsbegriff für Filme, deren Dramaturgie auf extrem emotionalisierende Effekte abzielt. Das Melodram definiert sich vor allem über inhaltliche Merkmale wie Gefühlskonflikte der Protagonisten, Schicksalsschläge, im weitesten Sinn Einbrüche des Irrationalen in die menschliche Gemütsverfassung. Daraus ergibt sich der für das Melodram so charakteristische pathetische Inszenierungsstil, der Vorrang schauriger oder rührender Effekte. Der Stimmungsreiz wird noch zusätzlich durch kontrastreiche Beleuchtung, bedeutungsvolle Schauplätze und dramatisierende Musikuntermalung verstärkt. Von Beginn der Filmgeschichte an lieferte das melodramatische Erbauungstheater die Stoffe für das Filmmelodram. Der amerikanische Filmpionier D. W. Griffith bediente sich bereits dieses Genres, z. B. in Broken Blossoms (1919) oder Way Down East (1920), das sich in der Folge in fast allen Sparten des epischen Films findet. Melodramatische Elemente gibt es auch im Western und im Kriminalfilm, besonders aber im von Stars wie Greta Garbo oder Joan Crawford dominierten so genannten „Woman’s Film”, im Frauenfilm. Im Hollywood-Film der zwanziger Jahre reüssierten die Stummfilmstars jener Zeit, Rudolph Valentino, Gloria Swanson, Douglas Fairbanks usw. in Melodramen. Ein wichtiger Melodramenregisseur der zwanziger Jahre war der gebürtige Österreicher Erich von Stroheim, der mit Filmen wie Gier (1924), Der Hochzeitsmarsch (1926) und Queen Kelly (1928) hervortrat.

Als absoluter Meister dieses Genres gilt der Regisseur Douglas Sirk mit seinen auch formal virtuosen Familienmelodramen der vierziger und fünfziger Jahre, z. B. Die wunderbare Macht (1954), In den Wind geschrieben (1956), Duell in den Wolken (1957) und Solange es Menschen gibt (1959). Melodramatische Stilzüge finden sich auch in den Filmen u. a. von George Cukor, Otto Preminger, Michael Curtiz, William Wyler, Nicholas Ray, Elia Kazan und John Cassavetes. Europäische Regisseure haben sich – außer zu propagandistischen Zwecken wie im nationalsozialistischen Film – dieser Gattung nur relativ selten bedient. Ausnahmen sind einige Filme des italienischen Neorealismus, z. B. Vittorio de Sicas Rom, Station Termini (1953) oder Luchino Viscontis Ossessione – Von Liebe besessen (1942). Der wichtigste deutsche Vertreter dieser Gattung ist Rainer Werner Fassbinder, der dem Genre in der BRD zu neuem Ansehen verhalf mit Filmen wie Die Ehe der Maria Braun (1978), Lili Marleen (1980) und Lola (1981).