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Megawati Sukarnoputri (*1947), indonesische Politikerin, Vizepräsidentin (1999-2001) und Präsidentin (2001-2004) von Indonesien.
Megawati Sukarnoputri wurde am 23. Januar 1947 in Yogyakarta (Mitteljava) als älteste Tochter des 1966/67 von Suharto entmachteten Staatsgründers Sukarno, der von vielen Indonesiern noch immer als großer Führer verehrt wird, geboren. Nach dem Studium der Agrarwissenschaften ging sie in die Politik, schloss sich der nationalistisch-christlichen Partai Demokrasi Indonesia (PDI) an, die 1973 aus der in den zwanziger Jahren von ihrem Vater gegründeten Partai Nasional Indonesia (PNI) hervorgegangen war und die unter Suharto eine von zwei zugelassenen Oppositionsparteien war. Mitte der achtziger Jahre wurde Megawati ins Parlament gewählt, und 1993 übernahm sie den Vorsitz der PDI. Am 27. Juli 1996 wurde sie auf Betreiben Suhartos, der sie, die Symbolfigur der Opposition, auszuschalten suchte, als Parteivorsitzende abgesetzt. Daraufhin brachen die bis dahin schwersten Unruhen seit mehr als zwei Jahrzehnten aus; Megawati wurde zur Märtyrerin der Opposition.
Aus den ersten freien Parlamentswahlen seit 44 Jahren im Juni 1999 ging die von Megawati neu gegründete Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan (PDI-P) mit 34 Prozent der abgegebenen Stimmen als stärkste Fraktion hervor, und Megawati galt nun als aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge Habibies im Amt des Staatspräsidenten. Überraschenderweise wählte die Beratende Volksversammlung im Oktober 1999 jedoch nicht sie, die als Hoffnungsträgerin für eine demokratische Entwicklung des Landes gehandelt wurde, sondern den Muslimführer Abdurrahman Wahid zum Staatspräsidenten; Megawati wurde Vizepräsidentin. Nach heftiger Kritik an seiner Amtsführung übertrug Wahid ihr im August 2000 formal weit reichende Kompetenzen und überließ ihr große Teile des politischen Tagesgeschäfts, behielt jedoch die Entscheidung über das politische Programm der Regierung bei sich.
Am 23. Juli 2001 bestimmte die Beratende Volksversammlung Megawati zur neuen Staatspräsidentin. Unmittelbar zuvor hatte die Volksversammlung als oberstes Gesetzgebungsorgan Indonesiens einstimmig Wahid für abgesetzt erklärt; gegen ihn war bereits im Februar 2001 wegen Machtmissbrauch, Inkompetenz und Korruptionsaffären ein Amtsenthebungsverfahren in die Wege geleitet worden. Neuer Vizepräsident wurde Hamzah Haz, der Vorsitzende der muslimischen Vereinten Entwicklungspartei (Partai Persatuan Pembangunan, PPP). Bei der Zusammensetzung ihres neuen Kabinetts suchte sie allen maßgeblichen politischen Kräften Rechnung zu tragen; wichtige Positionen, wie etwa das Wirtschaftsministerium, besetzte sie aber auch mit parteiunabhängigen Fachleuten.
In ihrer ersten Regierungserklärung entschuldigte sich Megawati für die von Indonesien zu verantwortenden Gräueltaten in den um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Provinzen Osttimor, Papua (Irian Jaya) und Aceh und erkannte erstmals formell das Recht Osttimors auf Unabhängigkeit an. Früher hatte sich Megawati immer entschieden gegen eine Loslösung Osttimors von Indonesien gewandt. Die Entlassung von Papua und Aceh in die Unabhängigkeit lehnte sie allerdings weiterhin ab, stellte den Provinzen aber einige weiter reichende Autonomierechte in Aussicht. Im Mai 2003 verhängte sie jedoch das Kriegsrecht über Aceh und ließ eine breit angelegte Militäraktion durchführen, da sich die Separatisten in Aceh weigerten, ihre Waffen abzugeben, wie sie dies in einem Abkommen mit der indonesischen Regierung vom Dezember 2002 zugesagt hatten.
Bei den Parlamentswahlen im April 2004 verlor Megawatis PDI-P gegenüber den Wahlen von 1999 über 15 Prozentpunkte und wurde mit 18,5 Prozent der Stimmen und 109 der insgesamt 550 Sitze nur noch zweitstärkste Kraft hinter der Golkar-Partei (21,6 Prozent, 128 Sitze). Und bei den ersten direkten Präsidentschaftswahlen unterlag Megawati in der Stichwahl am 20. September 2004 – wie es sich bereits im ersten Wahlgang angedeutet hatte – klar ihrem zeitweiligen Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono, der sie am 20. Oktober 2004 im Präsidentenamt ablöste.