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Asien-Europa-Gipfel (englisch Asia-Europe-Meeting, ASEM), 1996 institutionalisierte Gipfelkonferenzen zwischen Vertretern Europas und Asiens, die den politischen Dialog zwischen den Teilnehmern auf- und ausbauen, die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Umweltpolitik fördern sowie partnerschaftliche Projekte verwirklichen sollen; sie haben in erster Linie vertrauensbildenden Charakter, ihre Beschlüsse und Vereinbarungen sind nicht verbindlich.
An den ersten Asien-Europa-Gipfeltreffen nahmen 26 Parteien teil: die Europäische Kommission, die damals 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), die damals sieben ASEAN-Staaten sowie Japan, Südkorea und China. 2004 kamen die zehn neuen EU-Staaten hinzu sowie die drei seit 1997 der ASEAN beigetretenen Länder Laos, Kambodscha und Myanmar, und 2006 wurde die Runde um Bulgarien und Rumänien erweitert, deren EU-Beitritt zum 1. Januar 2007 bereits fixiert war, außerdem Indien, Pakistan, die Mongolei und das ASEAN-Sekretariat. Die ASEM-Staaten repräsentieren etwa 50 Prozent der Weltbevölkerung.
An dem ersten Asien-Europa-Gipfel (ASEM I), der im Frühjahr 1996 in Bangkok stattfand, vereinbarten die Konferenzteilnehmer, dass sich die Außen-, Wirtschafts- und Finanzminister alle zwei Jahre treffen sollten, um die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien vor allem im Bereich Wirtschaft zu fördern. Der Dialog soll sich außerdem auf die Bereiche Kultur, Erziehung, Umwelt, Wissenschaft und Technologie erstrecken. Darüber hinaus sollen auch Fragen der internationalen Sicherheit, der Kooperation im Bereich Umwelt, der Bekämpfung der organisierten Kriminalität sowie der Drogenproblematik erörtert werden.
Das zweite Treffen (ASEM II) fand im April 1998 in London statt. Im Mittelpunkt dieser Konferenz stand die so genannte Asienkrise, die in der zweiten Jahreshälfte 1997 den südostasiatischen Raum erfasst hatte. Zur Unterstützung der betroffenen ASEM-Staaten wurden auf dem zweiten Gipfel verschiedene Aktivitäten beschlossen. So kamen beispielsweise Abkommen zur Investitionsförderung (Investment Promotion Action Plan, IPAP) und zum Abbau von Handelsschranken (Trade Facilitation Action Plan, TFAP) zustande, und ein Hilfsfonds (ASEM Trust Fund) wurde eingerichtet.
Auf dem dritten Gipfeltreffen (ASEM III), das im Oktober 2000 in Seoul stattfand, stand die wenige Monate zuvor eingeleitete Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea im Mittelpunkt, in deren Gefolge einige europäische Teilnehmerstaaten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Nordkorea ankündigten. Weiterhin verständigten sich die Teilnehmer auf einen Ausbau der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen sowie auf die Errichtung eines Hochgeschwindigkeits-Informationsnetzes, und sie schrieben erstmals die Verpflichtung auf den Schutz der Menschenrechte in ihrer Schlusserklärung fest. ASEM IV fand wieder in Europa statt, und zwar im September 2002 in Kopenhagen. Ein Schwerpunktthema des Treffens war der Kampf gegen den internationalen Terrorismus.
Zu ASEM V trafen sich die Mitglieder im Oktober 2004 in Hanoi. Eines der dominierenden und zugleich das umstrittenste Thema war die Frage nach dem Umgang mit Myanmar: Während die EU eine Verschärfung der Sanktionen gegen Myanmar wegen der andauernden Menschenrechtsverletzungen (darunter der Hausarrest gegen die Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi) befürwortete, sprachen sich einige asiatische Vertreter für die Einbeziehung des Landes in den asiatisch-europäischen Dialog aus. Ein weiteres wichtiges und unumstrittenes Thema war die Reform der Vereinten Nationen hin zu mehr Effizienz und Demokratie.
Bei ASEM VI im September 2006 in Helsinki nahm die Umweltpolitik breiten Raum ein. Unter anderem einigten sich die Teilnehmer für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls (siehe internationale Umweltschutzabkommen) 2012 auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Klimaschutz. Zudem kündigten sie die Vertiefung des politischen und kulturellen Dialogs an. Thema waren auch wieder die Menschenrechtsverletzungen und die Repressionen gegen die Opposition in Myanmar, aber auch in China.