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Kindersprache

Kindersprache, Sammelbezeichnung für die Sprachstufen eines Kindes beim Erwerb seiner Muttersprache.

Kinder erwerben ihre Sprache in einer festgelegten Reihenfolge hinsichtlich des Lautsystems (siehe Phonologie), der Zunahme des Wortschatzes und des Erwerbs syntaktischer Strukturen. Von Ausnahmen abgesehen, lernen Kinder zunächst den Vokal a und die Konsonanten m oder n. Im Bereich der Syntax produzieren Kinder zunächst Einwort-, dann Zweiwortsätze. Mit Beginn des zweiten Lebensjahres konstruiert ein Kind längere Sätze.

Auch im Bereich der Semantik vollzieht sich bei allen Kindern eine fast gleiche Entwicklung hinsichtlich der Zuordnung von Wörtern zu Gegenständen. So bezeichnet das Wort Hund zunächst nur einen ganz speziellen Hund, alle anderen Hunde werden nicht als Hund erkannt. In der Folge übergeneralisiert das Kind und nennt alles Hund, was von ähnlicher Beschaffenheit und Form ist, und erst in der letzten Phase ordnet es Hund tatsächlich allen Hunden zu.

Im Alter von circa zehn bis zwölf Jahren entspricht die Kindersprache der Sprache der Erwachsenen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch der Schrifterwerb mit Beginn der Einschulung. Hier lernen Kinder auch Endungen und grammatische Konstruktionen, die in der gesprochenen Sprache eher selten verwendet werden.