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Crossover

Crossover, undifferenzierter Hilfsbegriff für jegliche Form musikalischer Stilüberschreitung.

Die Bezeichnung Crossover gehört seit Mitte der sechziger Jahre zum Inventar musikalischer Kategorisierung. Zunächst stand sie für Stilkombinationen, die Elemente verschiedener populärer Klangbereiche verknüpften (z. B. Folk Rock). Im Jazz wurde Crossover mit Miles Davis geläufig, der zu Beginn der siebziger Jahre Rockmusik und moderne Improvisation fusionierte. Im Anschluss an die so genannte Fusion-Ära sprach man in den frühen Achtzigern zunächst bei der Verbindung von Jazz, Funk und Soul von Crossover, bevor sich der Begriff immer weiter auf den Musikbetrieb ausdehnte. Sowohl Hip Hop als auch Heavy Metal verwenden ihn seitdem als Etikett für schwer zuzuordnende Projekte. Die Industrie setzt Crossover als Gattungsbezeichnung für musikalische Produkte ein, die sich mit klassischen Elementen verbinden. Im Hörfunk wird darunter zuweilen eine atmosphärische Klangfarbe verstanden.

Kulturgeschichtlich gesehen ist die Begriffsverwirrung das Abbild eines Prozesses zunehmender künstlerischer Differenzierung, die sich der simplen Zuordnung zu klaren Strukturen verweigert. Insofern ist Crossover ein Schlüsselwort des Musikverständnisses der neunziger Jahre.