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Beck

Beck, eigentlich Beck David Campbell, später Beck Hansen, (*1970), amerikanischer Popmusiker; Gitarrist und Sänger. Seit Mitte der neunziger Jahre zählt er zu den erfolgreichsten Musikern der amerikanischen Independent-Musikszene.

Campbell wurde am 8. Juli 1970 in Los Angeles (Kalifornien) geboren. Sein Vater David Campbell war ein erfolgreicher Studiomusiker, seine Mutter, Tochter des in Köln lebenden Fluxus-Künstlers Al Hansen, war frühes Mitglied von Andy Warhols Factory gewesen. Nach der Scheidung seiner Eltern nahm er den Nachnamen seiner Mutter an und nannte sich fortan Beck Hansen, woraus später der Künstlername Beck wurde. Im Alter von 16 Jahren brach er die Schule ab und zog nach New York, wo er eine Zeit lang vergebens versuchte, sich in der Punkszene der Stadt einen Namen zu machen. Nach einem längeren Aufenthalt bei seinem Großvater in Deutschland kehrte er Anfang der neunziger Jahre nach Los Angeles zurück und begann seine Musikerkarriere mit Auftritten in alternativen Clubs und mit im Homerecording-Verfahren aufgenommenen Demo-Tapes. Erstes Songmaterial erschien unter dem Titel Golden Feelings (1993) auf Kassette.

Die 1993 veröffentlichte Single Loser, eine innovative, originelle Stilmischung von Hip-Hop-Rhythmen mit einem simplen, dem Blues entlehnten Slide-Gitarrenriff und trägem, weitgehend unmelodiösem Sprechgesang, machte Beck schlagartig weltweit bekannt. Aufgrund des zynischen Refrains des Liedes I’m a Loser Baby, so Why Don’t You Kill Me wurde er zur Symbolfigur der „Slacker” („Faulenzer”), der Angehörigen der so genannten Generation X, die ihr Leben als trist, hoffnungslos und ohne Perspektive verstehen. Beck erhielt einen Plattenvertrag bei einem Major Label, der ihm ungewöhnlicherweise explizit erlaubte, daneben auf Independent-Labels zu veröffentlichen. Bei solchen kleinen Underground-Labels erschienen die Alben A Western Harvest Field by Moonlight (1993), Stereopathetic Soul Manure (1994) und One Foot in the Grave (1994). Sein Major-Debütalbum Mellow Gold (1994), das den Hit Loser enthält, begeisterte Publikum und Kritik und erreichte weltweit Spitzenplätze in den Hitparaden.

Becks Musik besteht aus einer unkonventionellen Mischung aus Folk, Blues, Rap, Hip Hop, Punk und Rock. Geschickt eingesetzte Samples und intelligente, bisweilen surreal-dadaistische Texte verleihen seinen Songs stets eine individuelle Note. Sein zweites Major-Album Odelay (1996), das dem Sänger u. a. zwei Grammy Awards einbrachte, wurde für seine stilistische Vielschichtigkeit ebenfalls hoch gelobt; Beck zitierte hier zahlreiche Gitarrenriffs der Rockgeschichte und vermengte sie ideenreich mit Alltagsgeräusche zu einem ungestüm-hektischen Crossover-Meisterwerk. Das folgende Album Mutations (1998) überraschte einmal mehr, da es ganz auf Samples verzichtete und sich in der Tradition des Folkrock auf akustische Gitarre, Mundharmonika und melodischen Gesang beschränkte. Wieder eine neue Stilrichtung schlug Beck dann mit Midnite Vultures (1999) ein, einer intelligenten Aufarbeitung der Funk- und Soultradition, bei der er mit an Prince oder Earth, Wind & Fire erinnernder Falsettstimme zu grooviger Dance-Musik singt.

Schon die beiden letzten Alben waren, obwohl von der Kritik in höchsten Tönen gelobt, nur auf durchschnittliches Käuferinteresse gestoßen. Dies änderte sich auch bei Becks folgenden Veröffentlichungen nicht; die Resonanz der Musikkritik war zumeist größer als die des Publikums. Auf dem sehr ernsthaften, melancholischen Album Sea Change (2002) verarbeitete Beck Country- und Folkelemente, verzichtete jedoch auf die ironische Klangzitatentechnik früherer Jahre. Es folgten Guero (2005), das stilistisch an Odelay anknüpft, und das wiederum von Samples und ungewöhnlichen Geräuscheffekten dominierte The Information (2006). An beiden Alben bemängelte die Kritik, dass Beck sich zu wiederholen beginne.