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Tidenhub

Tidenhub, Bezeichnung für die Höhendifferenz des Wasserstandes zwischen Niedrig- und Hochwasser.

Ursache für den Tidenhub sind die Gezeiten, die vor allem durch die Anziehungskräfte zwischen Erde, Mond und Sonne hervorgerufen werden. Das Steigen des Wasserstandes wird als Flut, das Fallen als Ebbe bezeichnet. Ein bis zwei Tage nach Voll- und Neumond (Springzeit) verstärken sich die Gezeiten bewirkenden Einflüsse. Sie verursachen dann starke Gezeiten (Springtiden). Bei geringem Einfluss von Mond und Sonne, etwa sieben bis acht Tage nach der Springzeit (Nippzeit) sind die Gezeiten schwach (Nipptiden).

Die Verteilung der Gezeiten wird durch Linien gleicher Tidenhübe angegeben. Im freien Ozean beträgt der Tidenhub in den meisten Gebieten nur etwa ein bis zwei Meter. An den Küstenbereichen wirken sich die Gezeitenströme stärker aus. Allerdings ist der Tidenhub an einzelnen Küstenabschnitten unterschiedlich groß. In der Deutschen Bucht beträgt der Tidenhub knapp drei Meter, an der englischen Nordseeküste bis zu sieben Meter, in der Bucht von Saint-Malo im Ärmelkanal bis zu 11,5 Meter und in der Fundybai an der kanadischen Ostküste sogar bis zu 21 Meter. In weitgehend abgeschlossenen Meeren ist der Tidenhub gering und beträgt oft nur wenige Zentimeter, wie etwa in der Ostsee (vier Zentimeter) oder im Adriatischen Meer (37 Zentimeter).